Zeigt euch solidarisch mit geflüchteten und flüchtenden Menschen, die unter unmenschlichsten Bedingungen fliehen mussten oder immer noch fliehen, weil es keine (sicheren) Fluchtwege geben soll. #NICHTMEINEUROPA

Aufruf zur Unterstützung der Seebrücke

Einer von fünf Menschen überlebt die immer gefährlicher werdende Flucht nach Europa nicht und stirbt auf dem Weg. Dabei schaut die EU nicht nur zu, sondern unterstützt und fördert ganz bewusst Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Menschen weiter nach Europa fliehen können. Als Beispiel seien die Schulungen der libyschen Küstenwache und der Seepolizei durch die EU sowie die angekündigte Zusammenarbeit mit Frontex, um Grenzen zu "schützen", genannt. Flüchtende werden in libyschen Gefängnissen zusammen gepfercht, versklavt, vergewaltigt und erschlagen. Die Grausamkeit der dortigen Zustände wird von zahlreichen NGOs wie "Ärzte ohne Grenzen" kritisiert. Dennoch soll die Zusammenarbeit ausgebaut werden.

Erst kürzlich errichtete Libyen eine Such- und Rettungszone, die sich über 74 Meilen in das Meeresinnere erstreckt. Die Gewässer vor der libyschen Küste wurden seit Anfang 2016 durch private NGOs und die italienische Küstenwache abgedeckt, um den Mangel an funktionierenden Schutz- und Rettungsdiensten aufzufangen. Es wird davon ausgegangen, dass es privaten Seenotretterinnen durch die Errichtung dieser Zone nun immer weniger gelingen wird, Menschen in "Sicherheit" bringen zu können. Denn Libyen ist kein sicherer Ort.

Nachdem der Aquarius, dem Schiff der Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE, zwei mal die Flagge entzogen und von gezielten politischen Angriffen auf die Arbeit berichtet wurde, beendete sie kurzfristig ihren Einsatz. Auch wenn sie planen, die Seenotrettung mit einem anderen Schiff bald wieder aufzunehmen, zeigt sich deutlich, dass Rettung nicht erwünscht ist. Indem Drittländer die Abschottung der EU voran treiben, umgeht die EU so auch das Non-Refoulement Prinzip. Dies besagt als internationales Recht, dass keine Menschen in ein Land abgeschoben werden dürfen, in dem ihnen Folter, Menschenrechtsverletzungen oder eine menschenunwürdige Behandlung droht.

Solange es weiterhin Krieg, Ungerechtigkeiten, Diktaturen, Diskriminierungen und Ausbeutung gibt, werden Menschen weiterhin fliehen. Davon wird sie auch keine Abschottungspolitik der EU abhalten. Im Angesicht dessen ist die Frage zentral, ob die EU weiterhin ein Massensterben und Menschenrechtsverletzungen hinnimmt und unterstützt oder ob sie als die Verursacherin vieler Fluchtursachen zu ihrer moralischen Verantwortung steht und allen Menschen ein würdevolles Leben zuspricht.

Beteiligt euch an Aktionen der Seebrücke. Stellt selbst Aktionen auf die Beine. Geht auf die Straße, seid laut und kämpft für sichere Fluchtwege und ein würdevolles Leben aller Menschen!

Die nächste Gelegenheit dazu habt ihr diesen Samstag, den 15.12.2018 in Dortmund: Wir treffen uns Samstag um 13 Uhr am Platz der alten Synagoge in Dortmund und werden nach einer Kundgebung gemeinsam auf die Straße gehen.


Was ist SEEBRÜCKE?

Die Seebrücke versteht sich als internationale Bewegung verschiedenster zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Bündnisse. Sie wurde Ende Juni 2018 gegründet, als die Seenotretterinnen von „Lifeline“ mit 234 Menschen an Bord tagelang das Anlegen an einen europäischen Hafen verwehrt wurde.

Die internationale Bewegung setzt sich für sichere Fluchtwege, gegen eine Kriminalisierung der Seenotrettung, für eine Unterstützung und Ausweitung von staatliche und privater Seenotrettung, die Freisetzung der Seenotrettungsschiffe und für eine menschenwürdige Aufnahme Flüchtender ein.

Jede kann sich der Bewegung anschließen und Aktionen planen. Mehr dazu sowie aktuell geplante Aktionen finden sich auf der Webseite.


radikal* versteht sich als Unterstützerin der Bewegung.