Nachdem die Taz vor einer Wochen über die mutmaßliche Schattenarmee in der Bundeswehr berichtet hatte, nimmt nun die Bundesgeneralstaatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Die Verzögerungen sei Unklarheit in der Zuständigkeit geschuldet, so die Sprecherin der Bundesanwaltschaft. So war unklar, "ob ein bundesweit-organisiertes Netzwerk innerhalb eines Bundesorgan von den jeweiligen [Staatsanwältinnen der Ländern] oder von der Bundesanwaltschaft zu untersuchen sei".

Dies sei am Rande der Innenministerinnenkonferenz letzte Woche in Magdeburg angesprochen und nun Anfang der Woche in einer Telefonkonferenz geklärt worden. Darin hatten sich die betroffenen Landesstaatsanwältinnen eindeutig dafür ausgesprochen, dass die Ermittlungen durch die direkt dem Kanzlerinnenamt unterstehenden Bundesstaatsanwaltschaft geführt würden. Nicht nur, seien die Ermittlungen so deutliche einfacher, es zeige auch wie Ernst dieses Thema auf der Bundesebene genommen würde. Eine Unterwanderung der Armee durch anti-demokratische Kräfte dürfe nicht erneut auf die leichte Schulter genommen werden, so die Bundessprecherin.

Sie bezieht sich damit auf die sogenannte "Schwarze Reichswehr", die während der Zeiten der Weimarer Republik die illegale Aufrüstung der insgesamt republik-feindlichen Reichswehr vorantrieb. Dieser Vergleich kommt nicht wenigen, nachdem sie die Taz-Langzeit-Recherche vernommen hatten. Darin stellt die Taz dar, wie sich verschiedene Personen und Kreise innerhalb der Bundeswehr scheinbar auf einen "Tag X" vorbereiten, an dem die Zivilgesellschaft zusammenbricht und es zu einem Bürgerkrieg kommt. Dabei sammeln diese sogenannten "Prepper" nicht nur Lebensmittelvorräte an, sondern bewaffnen - zum Teil illegal - und organisieren sich. Bei manch einer Aussage, scheinen diese, der rechten Szene zugeordneten Personen, diesen Tag X gar sehnlich herbei zuwünschen.

Dies ist die erste öffentliche Reaktion der Landes- oder Bundesbehörden auf diesen Vorfall.


Aktualisierung 13. Dezember 2018: Wie der Spiegel berichtet, hat auch die Bundesstaatsanwaltschaft in Deutschland die Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen. Allerdings wird das mit weitaus weniger öffentlicher Aufmerksamkeit bedacht, als in Alemandia.