Gaslighting ist ein aus der Psychologie stammender Begriff um ein Tätigkeitspektrum von psychischem Missbrauch zu Beschreiben. Beim Gaslighting werden dem Opfer oder der Opfergruppe ihre Erfahrungen, Erinnerungen und Erlebnisse abgesprochen, in Frage gestellt oder negiert und damit Selbstzweifel und Misstrauen gegen die eigene Wahrnehmung der Realität gesät. Wie unter dem Einfluss einer nicht ganz dichten Gasbeleuchtung (engl. "gas", "lightning", nach dem britischen 1938er Theaterstück 'Gaslight') werden einem die Sinne benebelt und die Realität ist nicht mehr klar erkennbar.

Der Begriff hat seinen Einzug in den politischen Sprachgebrauch gefunden um eine ähnliche Verhaltensweise durch politische Akteure zu beschreiben. Ein Beispiel von Gaslighting im politischen Diskurs ist das Behaupten des Gegenteils von offensichtlichen Tatsachen um Verwirrung zu stiften – wie das Abstreiten von Beteiligung durch Russland in der Krim-Krise. Oder wenn Rassismus, Sexismus oder Diskriminierungserfahrungen marginalisierter Menschen negiert oder abgesprochen werden – "Ach Quatsch, das meinte der ja gar nicht rassistisch". Eine besonders perfide Variante des Gaslighting ist das Unterstellen Kritik an Staatsorganen durch Betroffene rühre von anti-demokratischen Motiven her. Hier findet häufig gleichzeitig eine Täter-Opfer-Umkehr statt.