Im politischen Kontext werden mit Kartoffel vor allem weiße Menschen in Deutschland bezeichnet, die sich ihrer Privilegien nicht bewusst sind und/oder rassistisch und unreflektiert auftreten.

Meist wird der Begriff von Menschen genutzt, die von Rassismus betroffen sind, einmal als Akt der Emanzipation und Selbstschutz, aber auch um der rassistischen weißen Mehrheitsgesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Die Verwendung ist satirisch gemeint und soll weiße Deutsche an ihre Privilegien erinnern. „Kartoffeln“ reagieren häufig irritiert auf den Begriff, weil sie es nicht gewohnt sind, anhand ihrer äußerlichen Merkmale markiert zu werden. Dieser Moment der Irritation kann als Türöffner genutzt werden, um der Gegenüber das Thema Rassismus näher zu bringen.

Derzeit wird der Begriff vor allem von konservativen und rechten Kräften als Teil des „Rassismus gegen weiße Deutsche“ kritisiert. Dabei verkennen sie, dass Diskriminierung anhand von Machtgefällen entsteht und es daher kein Rassismus gegen weiße Menschen gibt.

Inzwischen wird der Begriff auch in Linken Kreisen als selbstironische Bezeichnung verwendet.