Der Begriff der ”Leitkultur” ist ein Kampfbegriff konservativer und rechter Politikerinnen und fand zunehmend Raum in den letzten zwei Jahren. Mit diesem Begriff entscheidet ein kleiner Teil einer Gruppe, wer dazugehört und wer nicht.

1996 wurde “Leitkultur” zum ersten Mal verwendet. Eigentlich ging es dabei darum, die Frage nach einem europäischen Wertekonsens zu fokussieren. 2017 dann nutzte Thomas de Maiziére den Begriff “deutsche Leitkultur” und definierte, dass nur “deutsch” sei, wer zusätzlich zu Kenntnissen über Sprache, Verfassung und Grundrechte Kenntnisse darüber hat, was Deutschland zusammenhalte und von anderen Nationen unterscheide.

Was genau nun Teil dieser “deutschen Leitkultur” sei, ist bislang unklar. Weder Religion, Händeschütteln, noch die Vorliebe für Kartoffelsalat sind eindeutige Kriterien für besagte “Leitkultur”.

Ein weiteres Problem des Begriffs der “Leitkultur” ist die Verkennung gesellschaftlicher Vielfalt. Wer den Begriff der “Leitkultur” verwendet, wünscht eine monolithische, homogene Gesellschaft, in der also alle gleich und untrennbar sind, und grenzt “deren Kultur” stark von der eigenen ab.

Wir distanzieren uns vom Begriff “Leitkultur” und verschreiben uns der Vielfalt.