Homophobie, Transphobie, Islamophobie – die politische Debatte ist geprägt von angeblichen "Ängsten", so die lateinischen Endung. Dabei wird mit dem Begriff, der in der Medizin eigentlich eine erhebliche psychische Beeinträchtigung von Menschen beschreibt, benutzt, um ideologisch getriebenen Menschen-Hass zu verharmlosen.

Dabei findet auch eine indirekte Täter:innen-Opfter-Umkehr statt, denn schließlich sind es ja die von den Ängsten-betroffene, die als Opfer angesehen werden. So rücken nicht nur die eigentlichen Opfer–die von den Deskriminierung-betroffenen Menschen–in den Hintergrund, die Taten werden dadurch auch pathologisiert, für krankhaft erklärt, und die eigentliche Motivation und etwaige politische Verantwortlichkeit damit verschleiert.

Um an diesem Versteckspiel nicht aktiv mitzuwirken, wird zunehmend die Endung -Feindlichkeit oder -Hass gebraucht – wobei Erstere bei Vielen als zu harmlos wahrgenommen wird.