“Sex” ist der englische Begriff für “biologisches Geschlecht”. “Gender” bedeutet “soziales Geschlecht”. Es ist wichtig, diese zu unterscheiden.

Das biologische Geschlecht unterscheidet sich vom sozialen Geschlecht. In der Biologie wird das Geschlecht in der Regel anhand anatomischer Merkmale und Eignung zur Fortpflanzung bestimmt, z.B. ob jemand Kinder bekommen kann. Das soziale Geschlecht wird hingegen von der Gesellschaft zugeschrieben.

Auch, wenn es teilweise von der Biologie abgeguckt ist, ist die Zuordnung zum sozialen Geschlecht das Ergebnis von sozialen Handlungen und Prozessen. Frauen haben sich zum Beispiel “wie eine Frau” zu verhalten – Aussehen, Sexualität, soziales Verhalten und Empfinden zum eigenen Körper sind darauf ausgerichtet. Wie das genau aussieht, unterscheidet sich zwischen Menschengruppen.

Wir sind daher viel weniger eines sozialen Geschlechtes, als dass wir wie eine Person eines Geschlechts handeln. Simone de Beauvoir spricht daher von “doing gender” - "Geschlecht machen oder tuen". Es ist im Ursprung eine Kritik daran, dass wir uns einsortieren müssen in Geschlechterschubladen. Obwohl wir doch eigentlich selbst bestimmen, wie wir uns identifizieren. Heute betont "doing gender" deswegen den eigenen Anteil daran, die eigene Geschlechtlichkeit herzustellen.

Wir sprechen dann auch von “Geschlechtsidentität” – mit welchem Geschlecht identifiziere ich mich? Es gibt viele Menschen, deren Geschlechtsidentität und biologischen Einordnung identisch sind - diese werden als cisgender Menschen bezeichnet. Genauso gibt es viele, bei denen das nicht so ist: Es gibt Menschen, die biologisch als weiblich, männlich oder intersex eingestuft werden, sich aber nicht so oder ganz anders wahrnehmen und auftreten. Mehr dazu findest du in diesem Artikel über non-Binarität.

Denn es gibt wesentlich mehr Geschlechtsidentitäten als biologische Geschlechter.