Beschreibt die Darstellung eines Sachverhalts, der den Opfern die Schuld oder Mitschuld gibt. Dies passiert oft subitl und unterschwellig, vielfach durch vermeintliche Beschreibung von Schutzmaßnahmen, die die Opfer oder andere treffen können oder sollten um nicht selbst Opfer zu werden.

Erstmals ist der Begriff aufgekommen um die Rhetorik zu beschreiben, die nach sexuellen Vergewaltigungen folgt: wenn gefragt wird, was das Opfer denn angehabt habe oder warum die Frau denn alleine unterwegs gewesen sei, wird damit suggeriert, dass das Opfer (Mit-)Schuld an der Vergewaltigung habe.

Es kann aber auch weniger offensichtlich daher kommen, wenn z.B. das Verkehrsministerium in seiner Kampagne zum Schutz für Fahrradfahrerinnen in erster Linie Schutzwesten und Helme propagiert und damit die notwendige Tätigkeit bei den Opfern ansiedelt.

Täter-Opfer-Umkehr ist vor allem dann zu finden, wenn andernfalls ein strukturelles oder kulturelles Problem aufgezeigt würde. Genau deswegen ist dabei immer genau hinzuschauen, denn es wird vorrangig genutzt um bestehende Privilegien und Diskrimierungen zu verschleiern und nicht angehen zu müssen.