Der Begriff „White Passing“ (auch genannt Racial Passing) lässt sich übersetzen mit ,,als weiß durchgehend“.  Diese aus den USA stammende Bezeichnung bezieht sich auf Menschen, die sich zwar selbst als nicht-weiß identifizieren, aber häufig/immer/manchmal als weiß wahrgenommen werden. „Passing“ spielt auch bei Gender eine große Rolle z.B. bei „Cis-„ oder Straight Passing.

Für Menschen, die White Passing erleben, kann diese Uneindeutigkeit unter Umständen belastend sein, da sie in keine Welt so richtig reinpassen und evt. sowohl Rassismus durch weiße Menschen wie auch Misstrauen durch BIPoC* erleben können. Die Wahrnehmung von außen kann dabei auch zu Zweifeln bei der eigenen Identifikation führen.

Denn sie genießen mehr Privilegien als (andere) BIPoC*, allerdings ist das nicht dasselbe, wie die Privilegien weißer Menschen. Die White Passing Privilegien sind weniger verlässlich als weiße Privilegien und stark von der jeweiligen Situation abhängig. Sie sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wenn z.B. ein Mensch äußerlich als weiß wahrgenommen wird, kann sie das Privileg des weiß seins trotzdem schnell verlieren, beispielsweise bei der Wohnungssuche, wenn der Name als „arabisch“ eingeordnet wird. Es handelt sich also um ein fragiles und unsicheres Privileg.

Außerdem erleben diese Menschen Alltagsrassismus (z.B. negative Stereotypen oder Unterrepräsentation). Auch wenn das evt. nicht an den weiß durchgehenden Menschen direkt gerichtet ist, kann es die Person trotzdem treffen und verletzen. Anders als ein weißer Mensch ist sie also betroffen.

Mehr dazu lernen: